
P
räsentiert in der ABA Gallery in Palma, Zwischen Horizonten ist die zweite Zusammenarbeit zwischen der Galerie und Olmo Sard, einem mallorquinischen Künstler, dessen Praxis sich in enger Symbiose mit Materie und Form entfaltet. Sards Werk zeichnet sich durch eine ausgeprägte Sensibilität für Geometrie, Gewicht und Raum aus: die Tugend des rechten Winkels, die Spannung zwischen Balance und Verzerrung, das Zusammenspiel von Licht und Schatten und das Ausdruckspotenzial von Farbe. Seinen bevorzugten Materialien — Holz, Karton und Papier — stehen kräftige, flache Farben gegenüber, die Ebenen, Oberflächen und Formen aktivieren und Umgebungen schaffen, die sowohl zum Nachdenken als auch zum Eintauchen einladen.
Diese Ausstellung folgt Zurücksetzen (2020), in dem Sard einen dynamischen Spielplatz konzipierte, der die etablierte Ordnung durch Bewegung, Diagonalen und urbane Vertikalität in Frage stellte und die Besucher einlud, physisch mit den Werken zu interagieren und an der Rekonfiguration der Form teilzunehmen. In Zwischen Horizonten, statt eines Bruchs in der Formensprache, beobachten wir eine Entwicklung, die von der gelebten Realität des Künstlers geprägt ist. Der Fokus verlagert sich in Richtung Horizontalität, Stille und Naturlandschaften und spiegelt einen eher nach innen gerichteten Moment wider, der von Besiedlung, Innehalten und der Suche nach Schutz geprägt ist. Der Titel Zwischen Horizonten fungiert als Manifest für diesen Übergang.
Sards Arbeiten sind nach wie vor minimalistisch und abstrakt, konstruiert durch Farbflächen und ein raffiniertes geometrisches Vokabular. Leinwand gesellt sich nun zu seinen gewohnten Materialien und verleiht der Installation ihre eigene malerische Resonanz. Beeinflusst von der visuellen Popkultur, den Comics und dem Kino, stellen Sards lebendige Farben einen Dialog zwischen zwei- und dreidimensionalen Formen her. In den Skulpturen verstärkt Farbe die Dreidimensionalität und aktiviert Sehwege und innere Leerstellen. In den Wandarbeiten dehnt sie sich zu breiten Farbfeldern aus, in denen sich warme und kalte Töne überschneiden, überlagern und gelegentlich durch komplementäre Kontraste eine Schwingungsschwelle erreichen.















