
„I
ch wusste, sobald ich mit derKeramik begann, dass es etwas war, das ich verfolgen wollte“, sagt dieKeramikerin Maria De Haan, die international für ihre eindrucksvollenrauchgebrannten Gefäße bekannt ist und in jüngerer Zeit auch als Inhaberin derDe Haan Gallery in Deià. Von ihrem Atelier in Deià aus, umgeben von denterrassierten Landschaften der Tramuntana-Berge, experimentiert De Haan mitnatürlichen Elementen und verwendet beim Brennen ihrer Keramiken unter anderemunterschiedliche Materialien wie Seetang und Olivenzweige. Jedes skulpturaleStück scheint einen Moment in der Zeit einzufangen, einen flüchtigen Atemzugoder einen Abdruck der Erde.
De Haan war schon als Kindkreativ und wuchs auf dem englischen Land auf. Sie arbeitete als Pädagogin und imPersonalwesen in London und im Ausland, bevor sie in ihren Zwanzigern einenKeramikkurs belegte – eine Erfahrung, die eine Leidenschaft weckte, die sieseither seit über zwanzig Jahren verfeinert. Während De Haan ihr Handwerkweiterentwickelte, absolvierte sie viele Praktika und belegte zahlreiche Kurse.„Ich zog mit meinem Notizbuch über Keramikmessen und fragte herum, ob ich füreine Weile mit den Künstlern arbeiten könnte, um zu lernen. Darin bin ichaltmodisch“, sagt sie. Eine dieser Begegnungen war mit dem englischen TöpferMike Goddard, der Jahrzehnte zuvor eine alte Zuckermühle auf der kleinenKaribikinsel Bequia renoviert hatte. Er betrieb dort ein Atelier und einenkleinen Keramikladen und bot ihr ein kleines Atelier zu sehr geringer Miete an;De Haan sagte sofort zu. „Ich habe gelernt, indem ich ihm zusah, und ich konnteein paar meiner Töpfe in seine Brände mit hineingeben. Es war eine interessanteErfahrung“, erklärt sie, eine Erfahrung, die auch zu einer tiefen Liebe zu derInsel führte. „Zehn Jahre lang habe ich hart gearbeitet – ich stellte in Londonununterbrochen Töpfe her und ging dann für die Winter zurück nach Bequia. Ichhabe es dort einfach geliebt.“
Eine weitere wichtigeAusbildungsstation war bei Simon Leach, einem berühmten englischen Töpfer undEnkel von Bernard Leach, dem legendären Keramikkünstler, dessen Bücher fürjeden Keramiker Pflichtlektüre sind. Eine Woche lang war sie seine einzigeSchülerin. „Es war eine unglaubliche Erfahrung. Ich hatte diesen wunderbarenTöpfer ganz für mich allein“, erinnert sie sich. „Seine Einsichten, und das,was er mich gelehrt hat, sind mehr als das, was mir je jemand darüberbeigebracht hat, wie man das Auge schult, wie man wirklich sieht, wie man einenSchritt zurücktritt und die Kurve des Topfes betrachtet, den man gerade formt.Man muss sein Auge trainieren, um den Unterschied zwischen einem guten undeinem schlechten Topf zu erkennen. Es war so intensiv.“















